Am Tag der Anreise über den Brenner, der sich aufgrund eines spätwinterlichen Polarlufteinbruchs im Winterkleid präsentierte, erreichten wir am frühen Abend bei frühlingshaften Temperaturen das Hotel in Desenzano am Gardasee, wo wir bei einem wunderschönen Sonnenuntergang unsere erste Pizza genießen durften.
Am nächsten Morgen konnten die Frühaufsteher unter uns den Gardasee bei stürmischem Wetter und hohem Wellengang erleben. In Verona, dem Schauplatz des berühmten Dramas Giulietta e Romeo von Shakespeare, bestiegen wir den Rathausturm Torre dei Lamberti und bestaunten die berühmte Arena di Verona, die nach ihrer Rolle bei den Olympischen Winterspielen den ersten Tag wieder für die Allgemeinheit geöffnet war.
Am nächsten Tag besuchten wir die Parmesankäserei 4 Madonne bei Modena, wo wir uns bei einer Werksführung über die Produktion des wahrscheinlich bekanntesten Käses Italiens informierten und Tausende von riesigen Käselaiben im Reifelager des Caseificio bestaunten. Am Nachmittag wurde wir auf Italienisch durch den Palazzo Ducale in Mantua geführt und erlebten die enormen Ausmaße des größten profanen Fürstenpalasts Italiens.
Gegen Abend begegneten wir einem Stück österreichischer Geschichte am Gardasee: In Solferino, dem Ort der blutigen Schlacht zwischen dem Kaiserreich Österreich und den von Napoleon III. unterstützten Italienern während deren Unabhängigkeitsbemühungen gedachten wir dieser tragischen Ereignisse und Henri Dunants, der durch seine Erfahrungen dieser blutigen Schlacht mit an die 40.000 Gefallenen und Verwundeten zur Gründung des Roten Kreuzes angeregt wurde. Am Burgberg Solferinos ließen wir den Tag bei einem Panoramablick, der bis zum Gardasee reicht, ausklingen.
Am vorletzten Tag stand die Besichtigung des Teatro Olimpico, des ersten Theaters der Neuzeit – noch ganz im Geiste der damals wiederentdeckten Antike im klassischen Halbrund gebaut – und der Basilica Palladiana in Vicenza auf dem Plan. Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir darauf zur Eremitage des Domenico in den Colli Berici – durch das Blütenmeer der Hügel südlich von Vicenza im Frühlingskleid. Später am Nachmittag besuchten wir Sirmione, wo wir von drei Seiten des pittoresken Ortes wunderbare Blicke auf den Gardasee und die verschneiten Gipfel des Monte Baldo und der Adamellogruppe dahinter genossen.
Auf dem Rückweg besuchten wir die beeindruckende Wallfahrtskirche Madonna della Corona in Spiazzi östlich des Gardasees, atemberaubend hoch über dem Etschtal an einem überhängenden Felsen des Monte Baldo errichtet. Bevor uns der Bus wieder zurück nach Linz brachte, stärkten wir uns ein letztes Mal in einem kleinen, aber feinen ristorante in Trient. Arrivederci, Belpaese – alla prossima!
Simon Schaupp,7A & Mag. Erich Hackl-Lehner