Auch die Bildung geht durch den Magen-der Mohnflesserl-Mohntag
Drei Viertklässler vor dem hell erleuchteten Backofen: „Boah, das wird ja riesig, Digger. Schau wie geil das aufgeht!“ Nachsatz, als ein Lehrer dazutritt: „Äh, schau wie schön der Teig sich, äh aufbaut. Was diese Hefe alles kann.“
Wenn sich solche Szenen im Speisesaal des Petrinums abspielen, dann kann das nur bedeuten, dass der gesamte reguläre Unterricht abgesagt wurde und man stattdessen der Naturwissenschaft im Mohnflesserl frönt. Am 13. April hielt der Mohnflesserl-Mohntag Einzug im Petrinum. Sechs Einheiten lang widmeten sich die Schülerinnen und Schüler der 4C und 4D ganz und gar dem mohnhaltigen Gebäckstück.
Vom Teig kneten, Flesserl formen bis zur Entstehung von Salz und dem Aufbau der menschlichen Verdauung stand der Wochenbeginn ganz im Zeichen der Teigware. Und während im Speisesaal geknetet, aber auch die Adhäsionskraft und Kapillarwirkung der Mohnkörner am Teigrohling analysiert wurde, ging es im Biologiesaal der Hefe an den Kragen. Mit Zucker und warmem Wasser wurde sie wachgeküsst. Nur um kurze Zeit später schon als Objekt der Begierde auf dem Objektträger zu landen und durchleuchtet zu werden. Kein Wunder, dass manchem da die Worte fehlten. „Können Sie mir bitte schnell das Silberdings geben“, lautete die Frage eines Schülers. Er war auf der Suche nach dem Tablett, um die Flesserl der ganzen Gruppe einzuschießen.
Im Experimentiersaal wurde es schriftstellerisch kreativ, als sich die Schüler in die Lage eines Mohnflesserl versetzten mussten und aus der Ich-Perspektive die Reise durch den Verdauungstrakt nachempfinden durften: von Humor bis Horror war alles mit dabei. Aber eben auch die Enttäuschung, denn die LehrerkollegInnen, die sich schon vorab ein Mohnflesserl reserviert hätten, gingen leer aus. So schnell wie die Flesserl geformt und gebacken waren, waren sie auch schon verspeist. Nicht einmal fürs Abkühlen-Abwarten blieb bei manchen Zeit.
Ein Tag, an dem die Erkenntnisse so hängen blieben, wie die Mohnkörner zwischen den Zähnen.